Von den rund 3.000 heute lebenden Schlangenarten tragen weniger als 400 ein Gift, das einem Menschen ernsthaft schaden kann, und nur ein Bruchteil davon kann töten, bevor man ein Krankenhaus erreicht. Von der abgelegenen australischen Outback bis zu den Straßen indischer Großstädte sind diese Tiere für schätzungsweise 138.000 Todesfälle weltweit verantwortlich, jedes einzelne Jahr. Hier sind 20 Schlangen, die sich ihren Platz auf der Gefahrenliste jedes Herpetologen verdient haben.
Inland-Taipan

Keine Landschlange der Welt produziert ein so starkes Gift wie der Inland-Taipan (Oxyuranus microlepidotus), ein scheuer Bewohner des abgelegenen australischen Inlands. Ein einziger Biss enthält genug Gift, um etwa 100 erwachsene Menschen zu töten. Der Giftkomplex umfasst Taipoxin und leistungsstarke Neurotoxine, die innere Blutungen, Muskelabbau und eine Lähmung des Atemsystems auslösen. Ohne Gegenmittel kann der Tod bereits nach 30 bis 45 Minuten eintreten. Glücklicherweise ist die Schlange von Natur aus scheu, und tatsächliche Bisse beim Menschen sind äußerst selten. Experten, die mit ihr arbeiten, begegnen ihr mit großem Respekt: Der LD50-Wert des Gifts, also die für 50 Prozent der Versuchstiere tödliche Dosis, ist der niedrigste, der je für eine Landschlange gemessen wurde.
